Warum Deutschland unterschätzt wird
Es gibt eine gewisse Ironie darin, dass viele Menschen die Dolomiten kennen, aber noch nie im Elbsandsteingebirge waren. Deutschland hat auf kleinem Raum eine Landschaftsvielfalt, die im europäischen Vergleich ungewöhnlich ist: Hochgebirge im Süden, Mittelgebirge in der Mitte, zwei Meere im Norden.
Für diese Liste haben wir Orte ausgewählt, die entweder landschaftlich herausragen oder sich deutlich von dem unterscheiden, was man von Deutschland erwartet. Die Reihenfolge ist geografisch, nicht wertend.
Der Norden: Küsten mit zwei Gesichtern
Nord- und Ostsee liegen nur wenige hundert Kilometer auseinander und funktionieren doch vollkommen unterschiedlich. Die Nordsee lebt von den Gezeiten, das Wattenmeer fällt zweimal täglich trocken. Die Ostsee ist gezeitenfrei, wärmer und ruhiger.
- Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund auf Rügen
- Weststrand auf dem Darß mit seinen Windflüchtern
- Kniepsand auf Amrum – einer der breitesten Strände Europas
- Halligen im nordfriesischen Wattenmeer
- Hiddensee, autofrei und im Sommer erstaunlich still
Die Mitte: Mittelgebirge und Flusstäler
Zwischen Harz, Sächsischer Schweiz und Moseltal liegen die Landschaften, die auf Fotos oft am wenigsten spektakulär und vor Ort am überraschendsten sind. Das Elbsandsteingebirge ist dabei der klare Ausreisser: freistehende Felstürme, Tafelberge und Schluchten, die man in Deutschland nicht erwartet.
Das Moseltal wiederum hat mit dem Calmont die steilste Weinlage Europas – über 65 Grad Neigung, teilweise nur über einen Klettersteig zugänglich.
- Basteibrücke und Schwedenlöcher in der Sächsischen Schweiz
- Bodetal im Harz, die tiefste Felsschlucht nördlich der Alpen
- Moselschleife bei Bremm
- Wutachschlucht im Südschwarzwald
- Externsteine im Teutoburger Wald
Der Süden: Alpen, Seen und Vulkanlandschaften
Im Süden wird es alpin. Der Königssee im Nationalpark Berchtesgaden wird ausschliesslich elektrisch befahren – entsprechend still ist die Fahrt zum Obersee, dem eigentlichen Höhepunkt.
Weniger bekannt: die Vulkaneifel mit ihren Maaren, die Fränkische Schweiz mit der höchsten Brauereidichte der Welt und der Bodensee, an dem Palmen wachsen.
- Obersee im Nationalpark Berchtesgaden
- Eibsee am Fuss der Zugspitze
- Fränkische Schweiz mit Burgen und Kletterfelsen
- Insel Mainau im Bodensee
- Feldberg und Schluchsee im Südschwarzwald
- Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen
Städte, die den Umweg wert sind
Neben Berlin und Hamburg lohnen vor allem die kleineren Städte: Quedlinburg mit über 2.000 Fachwerkhäusern, Bamberg mit seiner Rauchbierkultur und Görlitz, dessen Altstadt so vollständig erhalten ist, dass sie regelmässig als Filmkulisse dient.
Häufige Fragen
Was ist der schönste Ort in Deutschland?
Objektiv lässt sich das nicht beantworten. Landschaftlich werden am häufigsten der Königssee, die Kreidefelsen auf Rügen und die Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz genannt.
Wann ist die beste Reisezeit für Deutschland?
Mai bis Oktober für fast alle Regionen. Die Küsten sind von Juni bis September am besten, Mittelgebirge im Mai und Oktober, die Alpen von Juni bis September.
Welche Orte in Deutschland sind noch ein Geheimtipp?
Die Vulkaneifel, das Altmühltal, die Fränkische Schweiz und der Bayerische Wald sind auch in der Hauptsaison deutlich ruhiger als die bekannten Ziele.